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Zusammenfassung aus verschiedenen aktuellen Pressemitteilungen, zusammengestellt durch Ingolf Profft, DEMO project⁄CarboEurope-IP, Gotha:

Zerstörung von Urwäldern geht weltweit ungebremst voran - ein Beispiel aus Indonesien

Die Waldvernichtung trägt in erheblichem Maße zum Anstieg der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre bei und forciert damit den Treibhauseffekt. Insbesondere Urwälder stellen mit der oberirdischen Biomasse und dem Boden einen großen und langfristigen Kohlenstoffspeicher dar. Werden diese Wälder zerstört, wird der gebundene Kohlenstoff vor allem als Kohlendioxid und Methan innerhalb kurzer Zeit freigesetzt.
Diese Erkenntnis ist nicht neu, doch selbst unter den sich immer deutlicher abzeichnenden Folgen des Klimawandels für die Umwelt und die Gesellschaft ist es bisher nicht gelungen, die Urwälder der Erde dauerhaft zu schützen und global eine nachhaltige Waldbewirtschaftung durchzusetzen. Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt geht die weltweite Waldzerstörung ungebremst weiter. Jährlich gehen mehr als 16 Mio. Hektar natürlicher Wälder verloren. Jüngstes Beispiel der weltweiten Waldzerstörung, das die Medien erreichte, ist die geplante Zerstörung von tropischem Regenwald in der indonesischen Region Kalimantan auf der Insel Borneo. Auf 1,8 Mio. ha - dies entspricht fast der gesamten Waldfläche der Bundesländer Thüringen und Baden-Württemberg oder 1⁄6 der deutschen Waldfläche - sollen die natürlichen Wälder gerodet werden und durch Plantagen für die Palmölgewinnung ersetzt werden. Bei dem Gebiet handelt es sich um eine der artenreichsten Region der Erde und eines der letzten beiden verbliebenen Gebiete weltweit, in dem Orang-Utans, Elefanten und Nashörner zusammen vorkommen. Nach Angaben des Worldwide Funds for Nature (WWF) werden in diesem Gebiet noch immer monatlich drei neue Arten entdeckt. Im Vergleich zu Urwäldern können Plantagen nur einen Bruchteil an Kohlenstoff speichern. Außerdem dauert es Jahrzehnte bis Jahrhunderte, bis insbesondere Kohlenstoff im Boden wieder in dauerhafter Form gespeichert wird - klimaökologisch ein Desaster. Bereits ohne dieses Projekt beläuft sich die jährliche Waldzerstörung in der Region Kalimantan auf 1,24 Mio. Hektar.
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Auch aus wirtschaftlicher Sicht bringt das Projekt aller Wahrscheinlichkeit nach keine Vorteile. Die Wachstumsprognosen für die Palmarten sollen in der Bergregion eher schlecht sein, Wissenschaftlern zufolge zeigen Ölpalmen in Gebieten oberhalb von 200m nur geringe Erträge - das Projektgebiet liegt im Höhenbereich zwischen 1.000 und 2.000m.
Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 8 Mrd. US$, China stimmte bereits zu, eine Großteil der Kosten zu übernehmen. Befürworter rechnen durch die Ölplantagen mit rund 100.000 neuen Jobs in der Region.

Quellen:

  1. Mitteilung im Forest Conservation Portal vom 16.10.2005:
    Indonesia: WWF warns govt over new plantation areas
    http:⁄⁄forests.org⁄articles⁄reader.asp?linkid=47329)
  2. Pressemitteilung von CNN.com vom 16.09.2005:
    Palm plantation sparks rainforest row (By Phil Wellman)
    http:⁄⁄www.cnn.com⁄2005⁄WORLD⁄asiapcf⁄09⁄16⁄
    indonesia.palm⁄index.html
    )
  3. United Nations Environment Programme (Hrsg.): Global Environment Outlook 3. 2002, Nairobi
    http:⁄⁄www.grida.no⁄geo⁄geo3⁄english⁄index.htm)


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