Schritte einer Strategie zur Anpassung an den Klimawandel für die Forstwirtschaft in Thüringen
Autor (-en):
Nico Frischbier, Ingolf Profft, Wolfgang Arenhövel
Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei, Gotha
Angela Schlutow
ÖKO-DATA, Strausberg
Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei, Gotha
Angela Schlutow
ÖKO-DATA, Strausberg
Kontakt:
e-mail an »
ingolf.profft(at)forst.thueringen.de
Zusendung am:
15.05.2009
Einstellung am:
16.05.2009
Aktualisierung am:
06.05.2010
Dokumenttyp:
Artikel, die im Original in der Zeitschrift "FORST und HOLZ" erschienen sind.
Die Einstellung in dieses Portal erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autoren und der Zeitschriftenredaktion.
Die Einstellung in dieses Portal erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autoren und der Zeitschriftenredaktion.
Die durch die Menschheit verursachte Zunahme der Kohlendioxidkonzentration in der
Atmosphäre gefährdet durch den zusätzlichen Treibhauseffekt und die daraus
resultierenden Folgen des Klimawandels immer stärker die Leistungsfähigkeit unserer
Ökosysteme für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Dies gilt in besonderem Maße für
Waldökosysteme. Insbesondere aufgrund der Länge der Baumgenerationen und der damit
verbundenen Langfristigkeit waldbaulicher Entscheidungen und forstlicher
Produktionszeiträume ist für die Forstwirtschaft die Berücksichtigung der klimatischen
Veränderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte bei ihren Planungen zur
Waldbewirtschaftung, bei Baumartenwahl und Waldverjüngung bereits heute dringend
erforderlich. Nicht nur in diesem Sinne sind die Thüringer Förster und Waldbesitzer von
heute verantwortlich für die Wälder Thüringens nachfolgender Generationen. Eine
Schlüsselaufgabe der heutigen Forstwirtschaft ist daher in der langfristigen Ausgestaltung
und Umsetzung der Waldbewirtschaftung unter Berücksichtigung der mit dem Klimawandel
verbundenen Veränderungen des forstlichen Standortes zu sehen. Zwingend erforderlich ist
eine intensive Analyse möglicher Folgen des Klimawandels für die heimischen
Waldökosysteme, um darauf aufbauend geeignete Lösungsansätze zu entwickeln. Solche
Ansätze helfen langfristig, die Risiken zu minimieren und die Leistungsfähigkeit der Wälder
- auch und insbesondere für den Klimaschutz - zu sichern und zu fördern.
Zwei Aspekte gestalten die Erarbeitung von entsprechenden Lösungsansätzen schwierig. Während die Forstwirtschaft in der Vergangenheit von der "Konstanz des Standortes" und hierbei vor allem auch des Klimas ausging, ist heute für unsere Wälder aller Wahrscheinlichkeit nach von einer langfristigen z. T. drastischen Dynamik der natürlichen Systeme auszugehen. Dies hat zur Folge, dass die Forstwirtschaft wesentlich stärker als bisher Unsicherheiten bei der Erarbeitung von Handlungsstrategien berücksichtigen muss. Die Anpassung der Forstwirtschaft an den Klimawandel ist daher auch als ein fortlaufender Prozess aufzufassen. Ständige Überprüfungen und gegebenenfalls Korrekturen der erarbeiteten Empfehlungen sind unverzichtbar, um möglichst frühzeitig neue Erkenntnisse und Entwicklungen integrieren zu können.
Darüber hinaus gibt es trotz der bereits verfügbaren umfangreichen Informationen zu den Veränderungen des Klimas und den möglichen Folgen für die Forstwirtschaft eine Reihe von nicht geklärten Fragen, die beispielsweise die quantitativen und qualitativen Veränderungen bei Extremereignissen, z. B. extreme Trockenperioden oder Sturm, betreffen oder die kombinierte Betrachtung von Klimaparametern und den sich daraus ergebenden Auswirkungen für die Waldbewirtschaftung. Beispielhaft hierfür soll die Zunahme der Winterniederschläge bei gleichzeitigem Anstieg der Wintertemperaturen mit möglichen Folgen für die Bestandesstabilität (Sturmfestigkeit) und die Befahrbarkeit von Waldstandorten genannt werden. Wissensdefizite bestehen zudem zur Toleranz von Baumarten und ihren unterschiedlichen regionalen Herkünften gegenüber witterungsbedingten Stresssituationen sowie zu Gradations-, Areal- und Artenveränderungen bei den tierischen und pilzlichen Schadorganismen infolge des Klimawandels. Die Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei, Gotha, arbeitet intensiv an einer komplexen Anpassungsstrategie für die Thüringer Wälder und daran angelehnten Konzepten für deren zukünftige Bewirtschaftung unter sich ändernden Klimabedingungen. Diese Strategie soll die Arbeit der Thüringer Forstämter vor Ort maßgeblich unterstützen und den Waldbesitzern in Thüringen Hilfestellungen bei ihrer Waldbewirtschaftung und Waldpflege bieten. Sie konzentriert sich im Wesentlichen auf zwei Schwerpunkte:
Ziel dieser Strategie ist die Etablierung, Förderung und Erhaltung struktur- und artenreicher, stabiler Mischwälder in Thüringen. Auf diese Weise werden die vielfältigen Funktionen der Wälder für die Natur sowie deren Leistungsfähigkeit für die Gesellschaft und die Wirtschaft langfristig gesichert. Gleichzeitig bleiben die Waldbesitzer flexibel bei ihren wirtschaftlichen Entscheidungen und können mit dem Wald, seiner Bewirtschaftung sowie einer nachhaltigen Holznutzung einen möglichst großen Beitrag zum Klimaschutz dauerhaft leisten.
In den folgenden zwei Artikeln werden die ersten Arbeitsschritte für die Erarbeitung neuer Baumartenempfehlungen und Bestandeszieltypen vorgestellt.
Sie sind im Original in der Zeitschrift "FORST und HOLZ" erschienen und können hier mit freundlicher Genehmigung des Verlages als pdf-Datei zur Verfügung gestellt werden:
Profft, I. und Frischbier, N. (2008), FORST und HOLZ, 63(9), S. 22-27.
» Artikel 1 hier als pdf-Datei (1,7 MB)
Artikel 2: Praxisorientierte Regionalisierung forstlich relevanter Klimawerte und -szenarien für Thüringen
Frischbier, N. und Profft, I. (2008), FORST und HOLZ, 63(10), S. 24-29.
» Artikel 2 hier als pdf-Datei (3,0 MB)
Artikel 3: Das BERN-Modell als Instrument zur Einschätzung der Angepasstheit von Waldgesellschaften und Baumarten an den Klimawandel in Thüringen
Schlutow, A., Profft, I. und Frischbier, N. (2009), FORST und HOLZ, 64(4), S. 31-37.
» Artikel 3 hier als pdf-Datei (2,9 MB)
Artikel 4: Die Ausweisung klimawandelangepasster Bestandeszieltypen für Thüringen
Frischbier, N., Profft, I. und Arenhövel, W. (2010), FORST und HOLZ, 65(4), S. 28-35.
» Artikel 4 hier als pdf-Datei (2,5 MB)
Zwei Aspekte gestalten die Erarbeitung von entsprechenden Lösungsansätzen schwierig. Während die Forstwirtschaft in der Vergangenheit von der "Konstanz des Standortes" und hierbei vor allem auch des Klimas ausging, ist heute für unsere Wälder aller Wahrscheinlichkeit nach von einer langfristigen z. T. drastischen Dynamik der natürlichen Systeme auszugehen. Dies hat zur Folge, dass die Forstwirtschaft wesentlich stärker als bisher Unsicherheiten bei der Erarbeitung von Handlungsstrategien berücksichtigen muss. Die Anpassung der Forstwirtschaft an den Klimawandel ist daher auch als ein fortlaufender Prozess aufzufassen. Ständige Überprüfungen und gegebenenfalls Korrekturen der erarbeiteten Empfehlungen sind unverzichtbar, um möglichst frühzeitig neue Erkenntnisse und Entwicklungen integrieren zu können.
Darüber hinaus gibt es trotz der bereits verfügbaren umfangreichen Informationen zu den Veränderungen des Klimas und den möglichen Folgen für die Forstwirtschaft eine Reihe von nicht geklärten Fragen, die beispielsweise die quantitativen und qualitativen Veränderungen bei Extremereignissen, z. B. extreme Trockenperioden oder Sturm, betreffen oder die kombinierte Betrachtung von Klimaparametern und den sich daraus ergebenden Auswirkungen für die Waldbewirtschaftung. Beispielhaft hierfür soll die Zunahme der Winterniederschläge bei gleichzeitigem Anstieg der Wintertemperaturen mit möglichen Folgen für die Bestandesstabilität (Sturmfestigkeit) und die Befahrbarkeit von Waldstandorten genannt werden. Wissensdefizite bestehen zudem zur Toleranz von Baumarten und ihren unterschiedlichen regionalen Herkünften gegenüber witterungsbedingten Stresssituationen sowie zu Gradations-, Areal- und Artenveränderungen bei den tierischen und pilzlichen Schadorganismen infolge des Klimawandels. Die Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei, Gotha, arbeitet intensiv an einer komplexen Anpassungsstrategie für die Thüringer Wälder und daran angelehnten Konzepten für deren zukünftige Bewirtschaftung unter sich ändernden Klimabedingungen. Diese Strategie soll die Arbeit der Thüringer Forstämter vor Ort maßgeblich unterstützen und den Waldbesitzern in Thüringen Hilfestellungen bei ihrer Waldbewirtschaftung und Waldpflege bieten. Sie konzentriert sich im Wesentlichen auf zwei Schwerpunkte:
- die räumlich differenzierte Risikoanalyse für die Forstwirtschaft basierend auf der aktuellen Baumarten- und Altersstruktur der Thüringer Wälder mit Hilfe der aus der Klimaforschung zur Verfügung gestellten Daten zu möglichen Klimaveränderungen bis 2100 nach verschiedenen Entwicklungsszenarien, sowie
- die Erarbeitung von langfristig tragfähigen Baumartenempfehlungen unter Berücksichtigung sich verändernder Klimaparameter und von Bewirtschaftungskonzepten für die Thüringer Waldbesitzer.
- Analysen zu Risikogebieten für die gegenwärtigen Hauptbaumarten in Thüringen
- Regionale Betrachtungen zu den Veränderungen des Klimas in Thüringen mit Fokus auf forstlich bedeutsame, wuchssensitive Klimafaktoren, wie bspw. Vegetationszeitlänge und klimatische Wasserbilanz (Differenz aus Niederschlag und Verdunstung)
- Analysen zur Baumarteneignung für ein breites Baumartenspektrum heimischer Baumarten und bereits sicher etablierter fremdländischer Baumarten sowie darauf aufbauend Überarbeitungen der Baumartenempfehlungen für die Thüringer Standortsbereiche
- Erarbeitung von Wirtschaftsgrundsätzen unter Berücksichtigung besonderer witterungs- und klimabedingter Veränderungen zur Reduzierung mittel- bis langfristiger Schäden im Wald und wirtschaftlicher Verluste und damit zur Vermeidung hoher Kosten.
Ziel dieser Strategie ist die Etablierung, Förderung und Erhaltung struktur- und artenreicher, stabiler Mischwälder in Thüringen. Auf diese Weise werden die vielfältigen Funktionen der Wälder für die Natur sowie deren Leistungsfähigkeit für die Gesellschaft und die Wirtschaft langfristig gesichert. Gleichzeitig bleiben die Waldbesitzer flexibel bei ihren wirtschaftlichen Entscheidungen und können mit dem Wald, seiner Bewirtschaftung sowie einer nachhaltigen Holznutzung einen möglichst großen Beitrag zum Klimaschutz dauerhaft leisten.
In den folgenden zwei Artikeln werden die ersten Arbeitsschritte für die Erarbeitung neuer Baumartenempfehlungen und Bestandeszieltypen vorgestellt.
Sie sind im Original in der Zeitschrift "FORST und HOLZ" erschienen und können hier mit freundlicher Genehmigung des Verlages als pdf-Datei zur Verfügung gestellt werden:
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Artikel 1: Möglichkeiten und Grenzen der Integration von Klimaszenarien in forstlichen Anpassungsstrategien an den KlimawandelProfft, I. und Frischbier, N. (2008), FORST und HOLZ, 63(9), S. 22-27.
» Artikel 1 hier als pdf-Datei (1,7 MB)
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Artikel 2: Praxisorientierte Regionalisierung forstlich relevanter Klimawerte und -szenarien für Thüringen
Frischbier, N. und Profft, I. (2008), FORST und HOLZ, 63(10), S. 24-29.
» Artikel 2 hier als pdf-Datei (3,0 MB)
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Artikel 3: Das BERN-Modell als Instrument zur Einschätzung der Angepasstheit von Waldgesellschaften und Baumarten an den Klimawandel in Thüringen
Schlutow, A., Profft, I. und Frischbier, N. (2009), FORST und HOLZ, 64(4), S. 31-37.
» Artikel 3 hier als pdf-Datei (2,9 MB)
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Artikel 4: Die Ausweisung klimawandelangepasster Bestandeszieltypen für Thüringen
Frischbier, N., Profft, I. und Arenhövel, W. (2010), FORST und HOLZ, 65(4), S. 28-35.
» Artikel 4 hier als pdf-Datei (2,5 MB)