Übersicht No. 2 zum Kapitel "Wald & Klimaveränderungen"
Institut für Waldökologie und Waldinventuren, Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft, Eberswalde
Prof. Dr. Pierre Ibisch
Fachbereich Forstwirtschaft, FH Eberswalde
(Die Einstellung in dieses Internetportal erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autoren und des Verlages)
"Das konnte niemand ahnen", beginnt eine Darstellung der Konsequenzen der Hitzewelle des vergangenen Sommers auf den Wald vor allem in der Mitte und im Süden Brandenburgs: "Die Trockenheit und Hitze des Juli 2006 führten nicht nur zu einer traurigen Bilanz bei den Waldbränden und der Begünstigung so manchen Forstschädlings, sondern sie ließ auch großflächig ganze Voranbauten, insbesondere der Baumarten Eiche und Buche vertrocknen". Ließen sich diese Schäden wirklich nicht vorausahnen? Unser Klima ändert sich. Wer sich mit den aktuellen Studien zum bereits erfolgten bzw. momentan ablaufenden Klimawandel sowie den Projektionen zukünftiger Veränderungen beschäftigt, kommt zum Ergebnis, dass auf die Forstwirtschaft und den Waldnaturschutz enorme Herausforderungen zukommen.
Institut für Waldökologie und Waldinventuren, Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft, Eberswalde
Prof. Dr. Pierre Ibisch
Fachbereich Forstwirtschaft, FH Eberswalde
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Der Klimawandel stellt für die Waldwirtschaft in Deutschland eine große Herausforderung dar, der sie sich stellen muss. Das Ziel, auch in hundert und mehr Jahren produktive und stabile Wälder zu bewirtschaften, kann nicht zur Disposition gestellt werden. Im Ringen um eine Reduzierung der Treibhausgase stehen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder bislang noch wenig im Blickpunkt. Nichts desto Trotz müssen sich diese in einem für sie neuartigen Klima bewähren. Für eine angepasste Waldbewirtschaftung ist die genaue Analyse der Folgen des Wandels notwendig.
Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei; Gotha
Der Tagungsband ist über die Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei (Jägerstraße 1, 99867 Gotha, Tel. 036 21⁄225 - 0) zu beziehen oder kann Ihnen auf Anfrage als pdf-Datei zugesandt werden.
Die Fichte ist auf Grund ihrer hervorragenden Holzeigenschaften und überdurchschnittlichen Wuchsleistungen durch den Einfluss des Menschen zur häufigsten Baumart in Thüringen mit zentraler Bedeutung für die Thüringer Forst- und Holzwirtschaft geworden. Wegen ihrer Schadanfälligkeit (Schnee, Sturm, Borkenkäfer, Dürre) muss die Bewirtschaftung der Fichte stärker als in der Vergangenheit Stabilitätsaspekte berücksichtigen (Strukturierung, Mischung). Die bereits begonnene Klimaänderung wird langfristig zu einem spürbaren Rückgang der Fichte führen, die derzeit in Thüringen überwiegend außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes stockt. Der notwendige Bestockungswandel sollte wegen der extrem langen Produktionszeiträume in der Forstwirtschaft in aller Unaufgeregtheit bereits heute bei den waldbaulichen Entscheidungen berücksichtigt werden. Dessen ungeachtet wird die Fichte in den nächsten Jahrzehnten für die Forst- und Holzwirtschaft in Thüringen ihre herausragende Rolle behalten.
Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, Münster
Der Beitrag gibt einen umfassenden Überblick zum Thema Klimawandel und Forstwirtschaft für das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Insbesondere werden darin folgende Aspekte dargestellt:
- Ausführungen zum Klimawandel in Nordrhein-Westfalen,
- bereits feststellbare Veränderungen im Wald aufgrund des Klimawandels,
- regionale und lokale Auswirkungen des Klimawandels auf Waldstandorte sowie
- standortgerechte Baumartenwahl unter Berücksichtigung des Klimawandels.
Bundesamt für Naturschutz, Bonn
Das Skript fasst die Vorträge und Präsentationen des BfN-Workshops "Wald, Naturschutz und Klimawandel" zusammen, der vom 05. bis 07. April 2006 in der Internationalen Naturschutzakademie (INA) auf Vilm stattgefunden hat. Er wurde vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Naturschutz und Forstwirtschaft im Dialog" organisiert und führte ca. 40 Experten aus Wissenschaft, Umwelt- und Forstverbänden und Verwaltungen zusammen.
Im Mittelpunkt des Workshops standen zwei Fragenkomplexe:
- Wie kann Wald naturschutzgerecht im Kyoto-Prozess und bei den europäischen und internationalen Klimaschutzbemühungen berücksichtigt werden?
- Wie muss und kann der Klimaänderung und ihren Folgen für Waldökosysteme vor Ort in Deutschland durch Naturschutz und Forstwirtschaft begegnet werden?
(1)Technische Universität Dresden, Tharandt
(2)Staatsbetrieb Sachsenforst
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Die Forstliche Klimagliederung Sachsens stellt eine wesentliche Grundlage für waldbauliche Entscheidungen und Maßnahmen dar. Die Festlegung der Grenzen basiert auf standortskundlichen Bearbeitungen ab den 1960er bis einschließlich 1980er Jahren. In Zusammenarbeit zwischen dem sächsischen Landesforstpräsidium in Graupa und dem Lehrstuhl Meteorologie der TU Dresden wurde der Frage nachgegangen, ob in Anbetracht des bereits spürbaren Klimawandels die statischen Grenzen und Rahmenwerte der forstlichen Klimastufen und Makroklimaformen den veränderten klimatischen Bedingungen noch gerecht werden. Eine Gegenüberstellung der Rahmenwerte für Temperatur und Niederschlag mit aktuellen Vergleichswerten zeigt, dass allein aus meteorologischer Sicht eine Aktualisierung der forstlichen Klimagliederung nötig ist.
Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
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Zum Thema Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Forstwirtschaft gibt es mittlerweile einige lesens- und bedenkenswerte Veröffentlichungen. Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass die inzwischen unbestrittene Klimaveränderung nach Anpassungen der Waldbewirtschaftung verlangt. Eine Schlüsselstellung nimmt in diesem Zusammenhang die Wahl der richtigen Baumart ein. Mit den Zahlen der zweiten Bundeswaldinventur ist es erstmals möglich, die aktuelle Bestockung daraufhin zu überprüfen, inwieweit sie zum prognostizierten Klimageschehen passen könnte. Wo dies nicht der Fall ist, lassen sich Schwerpunktregionen der Anpassung an den Klimawandel definieren und die Fläche für notwendige Waldumbaumaßnahmen im Gesamtwald abschätzen.
Die in dem Beitrag gezeigten Karten stehen Ihnen hier als große Abbildungen zur Verfügung:
Abb. 1: »
Klimaregionen − Die Waldfläche Bayerns ist auf die drei etwa gleich großen Klimabereiche "Trocken-warm", "Mittel" und "Feucht-kalt" verteilt
Abb. 2: »
Regionalisierter Fichtenanteil nach BWI2 (Grundflächenanteile der Winkelzählprobe 1⁄2)
Abb. 3: »
Anpassungsschwerpunkte (Adaptation hot spots) für den Waldumbau: Regionen mit Fichtenanteil ≥50% im trocken-warmen Klimabereich (Verschneidung der Karte in Abb. 1 mit der Karte in Abb. 2)
Abb. 4: »
Zuordnung der ca. 8.000 BWI2-Traktecken zu Klimaregionen
Abb. 5: »
Alle Traktecken mit einem Grundflächenanteil der Fichte von 50% (dem von uns verwendeten Schwellenwert) und darüber
Als großformatige Bilddateien stehen Ihnen hier alle 5 Karten in einer zip-Datei als Download zur Verfügung:
» zip-Datei (2,8 MB)
Menschen nehmen seit Jahrtausenden Einfluss auf die Vegetation in ihrer Region. Solche Landnutzungsänderungen sind besonders tiefgreifend bei der Abholzung von Wäldern. Sie vermindern die biologische Vielfalt und ändern Klimaparameter wie z.B. die Wasserspeicherfähigkeit und Helligkeit des Bodens.
Das Poster zeigt die Simulationen für eine Abholzung im Mittelmeerraum und die daraus resultierenden Folgen für Klima und Wasserhaushalt (Temperatur, Niederschlag, Verdunstung und Oberflächenabfluss).
Fazit: Die Abholzung führt im Mittelmeerraum zu verringerten Niederschlägen und damit zu schwierigeren Bedingungen für die Landwirtschaft. Als Folge der Bodenerosion kann die Häufigkeit von Erdrutschen steigen.
Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten Nordrhein-Westfalen und
Dr. Rainer Schulz
Institut für Forstliche Biometrie und Informatik der Universität Göttingen
Änderungen des Klimas werden auch in Zukunft stattfinden. Da der Gesamtwasserhaushalt eine wichtige Zielgröße der forstlichen Standorterkundung ist, kann unter Nutzung der dort angewandten Methoden abgeschätzt werden, welche Auswirkungen Klimaänderungen auf den Gesamtwasserhaushalt der Standorte erwarten lassen.
Am Beispiel der Eifel in Nordrhein-Westfalen werden die Veränderungen des Gesamtwasserhaushaltes aufgrund von Klimaänderungen und die Folgen für die Waldstandorte dargestellt.
Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
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Klimaänderungen sind ein Faktum, das in Wissenschaftskreisen kaum noch strittig ist. Obwohl nicht eindeutig geklärt ist, welcher Anteil dieser Änderungen auf natürliche und welcher Anteil auf menschliche Ursachen zurückgeht, haben Veränderungen des Klimas weit reichende Auswirkungen auf die Waldstandorte und damit auf das Gedeihen der Waldbäume. Aufgrund der langen Produktionszeiträume in der Forstwirtschaft ist es wichtig, mit geeigneten Strategien auf den prognostizierten Klimawandel zu reagieren. Gerade bei der Baumartenwahl und damit bei der Festlegung von Verjüngungszielen werden die entscheidenden Weichen gestellt. Der Artikel stellt dar, wie computergestützte Wasserhaushaltsmodelle auf Basis regionaler Klimaprognosen wertvolle Entscheidungshilfen bieten können.