Empfehlungen der International Climate Change Taskforce
Autor (-en):
Ingolf Profft, DEMO Project, CarboEurope-IP
TLWJF Gotha
TLWJF Gotha
Kontakt:
e-mail an »
profft.ingolf(at)forst.thueringen.de
Einstellung am:
12.03.2005
Dokumenttyp:
Projektbeitrag
Zusammenfassung:
Die Klimarahmenkonvention und das Kyoto-Protokoll bilden den Grundstein für internationale
Bemühungen zur Eingrenzung des anthropogen verursachten Klimawandels. Weitere Schritte müssen
folgen und in ihren Zielen und Forderungen über die bisherigen Verpflichtungen hinausgehen.
Für die Konkretisierung dieser weitergehenden Ziele und für die Entwicklung globaler
Strategien zur Erreichung dieser Ziele wurde ein internationales Gremium gebildet, das Empfehlungen
für die Entscheidungsträger auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Bereichen erarbeitet.
Die sich abzeichnende globale Klimaveränderung stellt eine der größten, ernsthaftesten und weitreichendsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts für die Menschheit dar. Ihre Bewältigung kann nur gelingen, wenn alle Länder zusammenarbeiten.
Darüber hinaus gefährdet der Klimawandel die Erreichung der Entwicklungsziele der UN, einschließlich der Bekämpfung von Hunger und Armut in der Welt, mit der Folge ernster Konsequenzen für die Menschheit.
Die ersten Ansätze einer internationalen Zusammenarbeit sind bereits zu verzeichnen, insbesondere im Rahmen der Klimarahmenkonvention und des daraus hervorgegangenen politischen Prozesses. Diese Ansätze können nur ein erster Schritt sein, weitere müssen folgen.
Vor diesem Hintergrund haben drei der weltweit führenden Politikinstitutionen (Institute for Public Policy Research, Center for American Progress, The Australia Institute) die Bildung einer sogenannten "International Climate Change Taskforce" ("Internationale Sondereinheit Klimawandel") initiiert.
Dieses Gremium setzt sich zusammen aus führenden Wissenschaftlern, Vertretern aus der Wirtschaft und aus Nicht-Regierungsorganisationen sowie aus dem Bereich der öffentlichen Verwaltung. Wichtigstes Mitglied aus Deutschland ist Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker.
Hauptziel dieser taskforce ist die Entwicklung von Vorschlägen und Initiativen zur Konkretisierung und Erweiterung der Ergebnisse aus der Klimarahmenkonvention und dem Kyoto-Protokoll. Der Klimawandel und die damit verbundenen Gefahren für die Menschheit sollen deutlicher und effektiver in den Blickpunkt des öffentlichen Geschehens gerückt werden. Es werden langfristige Ansätze für Maßnahmen und Strategien zur globalen Minderung der anthropogen bedingten Treibhausgasemissionen erarbeitet und für Entscheidungsträgern auf der politischen Ebene zusammengestellt. Grundlage für internationale Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Klimawandel bleibt die Klimarahmenkonvention (UNFCCC) mit deren Hauptziel:
Stabilisierung der Treibhausgaskonzentration der Erdatmosphäre auf einem Niveau, das keine Gefahren für die gesamte Biosphäre und ihre Lebensgemeinschaften nach sich zieht
Aber: In der Klimarahmenkonvention werden keine quantitativen Aussagen getroffen, wo dieses Niveau liegt. Daher der Ansatz der ICCT: Verhinderung eines globalen Temperaturanstiegs um mehr als 2°C im Vergleich zu 1750 (vorindustrielles Niveau).
Die Empfehlungen des ICCT sind an Regierungen und politische Entscheidungsträger in der Welt gerichtet. Darüber hinaus wird ein deutlicher Schwerpunkt in der unabhängigen Beratung der G8-Staaten und der Europäischen Union gesetzt (auch in Hinblick auf den Vorsitz Großbritanniens dieser beiden Staatenzusammenschlüsse für das Jahr 2005).
Ansatzpunkte für die zukünftige internationale Arbeit im Zusammenhang mit dem Klimawandel und dessen Folgen sind:
Die ICCT empfiehlt daher als dringend erforderlichen Schritt die Entwicklung eines globalen Rahmenprogramms für die Periode nach 2012, d. h. nach Ablauf der ersten Handelsperiode im Rahmen des Kyoto-Protokolls. Dieses Rahmenprogramm muss auf der Klimarahmenkonvention und dem Kyoto-Protokoll aufbauen und alle Staaten einbeziehen. Alle Staaten sollen entsprechend ihrer Möglichkeiten zur Lösung des Problems Klimawandel beitragen, ein mehrstufiger Ansatz mit der Berücksichtigung eines Nord-Süd-Dialogs wird vorgeschlagen:
Erforderlich sind zeitnahe Handlungen zur Emissionsminderung in den Hauptemissionsstaaten (einschließlich USA und Australien) und in den Staaten mit starkem wirtschaftlichem Wachstum.
Die ICCT regt einen Zusammenschluss der G8-Staaten mit anderen großen Industriestaaten sowie den Staaten mit großem Wirtschaftswachstum zu einer G8+ Climate Group an, wobei die G8-Staaten dabei eine Vorreiterrolle übernehmen sollten. Für diese G8+ Climate Group empfiehlt der ICCT:
Neben der Einsparung von Energie im Haushalt-, Verwaltungs- und Bürobereich sowie im Fahrzeug- und Industriebereich ist eine Energieerzeugung im Drittelmix aus nachwachsenden Energieträgern, Windkraft und Sonnenenergie erforderlich.
Die Industriestaaten müssen ihrer großen Verantwortung gerecht werden hinsichtlich der Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Bewältigung des Klimawandels:
London (» The Institute for Public Policy Research, www.ippr.org),
Washington (» The Center for American Progress, www.americanprogress.org),
Canberra (» The Australian Institute, www.tai.org.au)
Die Originalveröffentlichung der International Climate Change Taskforce steht Ihnen als pdf-Datei (2,5 MB) » hier zur Verfügung.
Darüber hinaus gefährdet der Klimawandel die Erreichung der Entwicklungsziele der UN, einschließlich der Bekämpfung von Hunger und Armut in der Welt, mit der Folge ernster Konsequenzen für die Menschheit.
Die ersten Ansätze einer internationalen Zusammenarbeit sind bereits zu verzeichnen, insbesondere im Rahmen der Klimarahmenkonvention und des daraus hervorgegangenen politischen Prozesses. Diese Ansätze können nur ein erster Schritt sein, weitere müssen folgen.
Vor diesem Hintergrund haben drei der weltweit führenden Politikinstitutionen (Institute for Public Policy Research, Center for American Progress, The Australia Institute) die Bildung einer sogenannten "International Climate Change Taskforce" ("Internationale Sondereinheit Klimawandel") initiiert.
Dieses Gremium setzt sich zusammen aus führenden Wissenschaftlern, Vertretern aus der Wirtschaft und aus Nicht-Regierungsorganisationen sowie aus dem Bereich der öffentlichen Verwaltung. Wichtigstes Mitglied aus Deutschland ist Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker.
Hauptziel dieser taskforce ist die Entwicklung von Vorschlägen und Initiativen zur Konkretisierung und Erweiterung der Ergebnisse aus der Klimarahmenkonvention und dem Kyoto-Protokoll. Der Klimawandel und die damit verbundenen Gefahren für die Menschheit sollen deutlicher und effektiver in den Blickpunkt des öffentlichen Geschehens gerückt werden. Es werden langfristige Ansätze für Maßnahmen und Strategien zur globalen Minderung der anthropogen bedingten Treibhausgasemissionen erarbeitet und für Entscheidungsträgern auf der politischen Ebene zusammengestellt. Grundlage für internationale Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Klimawandel bleibt die Klimarahmenkonvention (UNFCCC) mit deren Hauptziel:
Stabilisierung der Treibhausgaskonzentration der Erdatmosphäre auf einem Niveau, das keine Gefahren für die gesamte Biosphäre und ihre Lebensgemeinschaften nach sich zieht
Aber: In der Klimarahmenkonvention werden keine quantitativen Aussagen getroffen, wo dieses Niveau liegt. Daher der Ansatz der ICCT: Verhinderung eines globalen Temperaturanstiegs um mehr als 2°C im Vergleich zu 1750 (vorindustrielles Niveau).
Die Empfehlungen des ICCT sind an Regierungen und politische Entscheidungsträger in der Welt gerichtet. Darüber hinaus wird ein deutlicher Schwerpunkt in der unabhängigen Beratung der G8-Staaten und der Europäischen Union gesetzt (auch in Hinblick auf den Vorsitz Großbritanniens dieser beiden Staatenzusammenschlüsse für das Jahr 2005).
Ansatzpunkte für die zukünftige internationale Arbeit im Zusammenhang mit dem Klimawandel und dessen Folgen sind:
- Energieerzeugung (emissionsfreie Energieversorgung)
- Technologieentwicklung (hohe Effizienz und niedrige bis gar keine CO2-Emissionen)
- Emissionshandelssystem für alle Länder mit Beachtung regionsspezifischer Besonderheiten
- Gründung eines Kompensationsfonds durch die Industriestaaten zur Bewältigung von Katastrophen im Zusammenhang mit dem Klimawandel
- Erhöhung des öffentlichen Bewusstseins gegenüber der Problematik Klimawandel
- erhebliche landwirtschaftliche Verluste
- Trinkwasserprobleme in weiten Teilen der Erde
- Weitreichende nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen
- Abschmelzen der globalen Eismassen und Anstieg des Meeresspiegels
- "Versiegen" der thermohalinen Ozeanzirkulation (Golfstrom)
- Umkippen der Wälder und der Böden von einer Kohlenstoffsenke zu einer Kohlenstoffquelle
- sofortige Aktionen zur drastischen Reduzierung der Treibhausgasemissionen
- Schutz und Ausweitung der Aufnahmekapazitäten von Wäldern und Böden für Kohlendioxid
- Fortsetzung des mit dem Kyoto-Protokolls begonnenen Prozesses auf internationaler Ebene zur Minderung der Treibhausgasemissionen
Die ICCT empfiehlt daher als dringend erforderlichen Schritt die Entwicklung eines globalen Rahmenprogramms für die Periode nach 2012, d. h. nach Ablauf der ersten Handelsperiode im Rahmen des Kyoto-Protokolls. Dieses Rahmenprogramm muss auf der Klimarahmenkonvention und dem Kyoto-Protokoll aufbauen und alle Staaten einbeziehen. Alle Staaten sollen entsprechend ihrer Möglichkeiten zur Lösung des Problems Klimawandel beitragen, ein mehrstufiger Ansatz mit der Berücksichtigung eines Nord-Süd-Dialogs wird vorgeschlagen:
- entwickelte Staaten:
- Industriestaaten (Anhang II-Staaten der Klimarahmenkonvention)
- Staaten, die sich im ökonomischen Umbruch befinden (Anhang-I-Staaten der Klimarahmenkonvention, die aber nicht im Anhang-II aufgelistet sind)
- Entwicklungsstaaten mit drei Stufen hinsichtlich der Integration von Klimaschutzzielen in die nationale Politik und Wirtschaft:
- Erste Stufe
Staaten sollen durch vertrauensbildende Maßnahmen und Anreize zu einer Ausrichtung ihrer wirtschaftlichen Entwicklung unter Beachtung von Klimaschutzaspekten ermutigt werden. Sie entwickeln politische Strategien und Werkzeuge zur Entkopplung der wirtschaftlichen Entwicklung von der Treibhausgasfreisetzung - Zweite Stufe
Festlegung von Emissionsminderungszielen in ausgewählten Bereichen ihrer Wirtschaft, insbesondere Energie, Verkehr - Dritte Stufe
Staaten verpflichten sich zu bindenden Emissionsminderungszielen wie Anhang-I-Staaten
- BIP je Einwohner
- Grad der Energieeffizienz
- Emissionen je Einheit BIP
- Emissionen je Einwohner
Erforderlich sind zeitnahe Handlungen zur Emissionsminderung in den Hauptemissionsstaaten (einschließlich USA und Australien) und in den Staaten mit starkem wirtschaftlichem Wachstum.
Die ICCT regt einen Zusammenschluss der G8-Staaten mit anderen großen Industriestaaten sowie den Staaten mit großem Wirtschaftswachstum zu einer G8+ Climate Group an, wobei die G8-Staaten dabei eine Vorreiterrolle übernehmen sollten. Für diese G8+ Climate Group empfiehlt der ICCT:
- Verdopplung der Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Demonstration für fortschrittliche Technologien in den Bereichen effiziente Energieverwendung und emissionsfreie oder emissionsarme Energieerzeugung
- Erhöhung des Anteils der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern um mindestens 25%
- Schaffung von Steueranreizen und⁄oder Fördermöglichkeiten beim Kauf sog. high efficient vehicles (HEV, hoch effizienter Fahrzeuge)
- Erhöhung der Investitionen im Bereich des öffentlichen Personenverkehrs
- Umorientierung landwirtschaftlicher Subventionen weg von der Erzeugung von Nahrungsmitteln, hin zum Anbau von Energiepflanzen Aufbau eines gemeinsamen internationalen Emissionshandelssystems nach einheitlichen Standards zu Messung und Berichterstattung von Emissionsminderungen
- die Reduzierung der Kohlenstoffintensität der Ökonomie und
- das Erreichen einer nachhaltigen Energieversorgung auf der Basis emissionsarmer und emissionsfreier Stromerzeugung und eine effiziente Energieverwendung sein
Neben der Einsparung von Energie im Haushalt-, Verwaltungs- und Bürobereich sowie im Fahrzeug- und Industriebereich ist eine Energieerzeugung im Drittelmix aus nachwachsenden Energieträgern, Windkraft und Sonnenenergie erforderlich.
Die Industriestaaten müssen ihrer großen Verantwortung gerecht werden hinsichtlich der Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Bewältigung des Klimawandels:
- Erfüllung bereits eingegangener Verpflichtungen zur finanziellen Unterstützung der Entwicklungsländer zur Anpassung an den Klimawandel
- Aufbau eines internationalen Kompensationsfonds zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels und um vorbereitet zu sein auf mögliche Katastrophen (Katastrophenhilfsfonds)
- Integration von Fragen der Anpassung an mögliche Folgen des Klimawandels bei der Entwicklungshilfe, d. h. Investitionen müssen auch in Hinblick auf ihre "Klimasicherheit" überprüft werden
Originalveröffentlichung:
International Climate Change Taskforce (2005): Meeting the Climate Challenge - Recommendations of the International Climate Change Taskforce.London (» The Institute for Public Policy Research, www.ippr.org),
Washington (» The Center for American Progress, www.americanprogress.org),
Canberra (» The Australian Institute, www.tai.org.au)
Die Originalveröffentlichung der International Climate Change Taskforce steht Ihnen als pdf-Datei (2,5 MB) » hier zur Verfügung.