Presseinformation des Wald-Zentrums der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vom 13.03.2007
Fast zehn Jahre ist es her, dass die Staaten der Welt das Kyoto-Protokoll mit dem Ziel formuliert haben, die Treibhausgas-Emissionen zu senken. Passiert ist bislang wenig, obgleich mehr als 140 Länder den Vertrag ratifiziert haben. Nun bestimmt wieder Klimapolitik die öffentliche Debatte. Doch mit Schuldzuweisungen und immer neuen Plänen, die nicht umgesetzt werden, droht derselbe Effekt wie bei Kyoto: große Diskussion, kleine Erfolge. Das Wald-Zentrum hat sich jetzt als eine der ersten Einrichtungen der Forst- und Holzwirtschaft Deutschlands entschlossen, einen praktischen Beitrag zu leisten. Hier wird der Klimawandel fortan nicht nur erforscht, sondern aktiv bekämpft: Das Wald-Zentrum arbeitet seit März CO2-neutral.
Gemeinsam mit dem Verein "PrimaKlima weltweit" wurde beschlossen, so viel aufzuforsten wie nötig ist, um den CO2-Ausstoß des Wald-Zentrums zu neutralisieren - vom Stromverbrauch der Computer über Dienstfahrten im PKW bis hin zu Flügen zu Forschungsprojekten in Patagonien, Transkarpatien oder Sumatra.
"Wir möchten zeigen, dass die Forst- und Holzwirtschaft nicht nur viele bedeutende Produkte hervorbringt, sondern aktiv daran beteiligt ist, dem Klimawandel entgegenzuwirken", erläutert Prof. Dr. Andreas Schulte. Der Leiter des Wald-Zentrums hat sich für die Spende an PrimaKlima entschieden, mit der in Nordrhein-Westfalen und in Südamerika sieben Hektar (70.000 Quadratmeter) aufgeforstet werden. So viele Flächen sind notwendig, um die ermittelten 70 Tonnen jährlichen CO
2-Ausstoßes des Wald-Zentrums zu neutralisieren. "Das ist vielleicht nur ein kleiner Beitrag zum Weltklima, aber wir hoffen, dass sich viele Nachahmer in Universitäten und vor allem auch in Einrichtungen der Forst- und Holzwirtschaft finden",
betont Andreas Schulte. Dr. h.c. Karl Peter Hasenkamp, der Initiator der PrimaKlima-Idee und Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins, erläutert die Ziele seiner bereits 1991 gegründeten Organisation: "Aufforstung zur Kompensation von Emissionen ist keine Aufforderung zum sorglosen Umgang mit Energie; sie macht vielmehr bewusst, wie sich das schädliche Kohlendioxid abbauen lässt - durch mehr Wald." PrimaKlima e.V. und das Wald-Zentrum fordern nicht dazu auf, den zweiten vor dem ersten Schritt zu tun: Vorrangiges Ziel muss weiterhin sein, Energie effizienter zu nutzen, zu sparen, wo immer es geht und den Anteil fossiler Brennstoffe drastisch zu senken. Für jedes Unternehmen, jeden Verband, jeden Privathaushalt und jede staatliche Stelle
bedeutet dies die Änderung vieler Gewohnheiten. Doch trotz noch so großer Bemühungen wird es zumindest kurz- und mittelfristig nicht möglich sein, die CO
2-Emissionen in der gebotenen Zeit im notwendigen Maß zu senken. Deshalb drängt auch der zweite Schritt: CO
2-Treibhausgase durch mögliche Kohlenstoffbindung über Photosynthese zu "entsorgen", vor allem durch Aufforstungen und weitere waldbauliche Maßnahmen. Denn für echte Erfolge in der Klimapolitik es unerlässlich, Schritt eins und zwei zu tun.
Gemeinsam mit Franz Kretschmann (l.) und Gerald Windus (2.v.r) vom Vorstand des Wald-Instituts nehmen die Wald-Experten Prof. Dr. Andreas Schulte (2.v.l.) und Harald Rothermel (r.) die Urkunde über die CO2-Neutralität von Dr. h.c. Karl Peter Hasenkamp, dem Initiator und Vorstandsvorsitzenden des PrimaKlima e.V., entgegen.
Wald gegen den Klimawandel: In Pegau bei Leipzig hat PrimaKlima eine Aufforstungs-Aktion unterstützt.
Weltweit und ganz nah: Auch in Scheeßel (Niedersachsen) wächst Wald für ein künftiges prima Klima.
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